Lutherdekade

2012 Reformation und Musik

2007 fing sie an, die Luther-Dekade: 10 Jahre theologisches Nachdenkens in verschiedenen Schritten zur Vorbereitung des großen Lutherjahres 2017, des 500. Jubiläums vom Thesenanschlag zu Wittenberg.

2007 schien dieses Jubiläum noch sooo weit hin und auch Menschen mit deutlich lutherisch-evangelischem Bewusstsein, waren kaum ansprechbar auf dieses Thema.

2012 sieht das schon anders aus, fühlt sich das schon anders an.

Der Kirchenvorstand unserer Gemeinde macht sich Gedanken, die zweite Hälfte dieser Dekade (2013 – 2017) mit besonderen Aktivitäten zu füllen.

Das Jahr 2012 ist von der EKD zum Themenschwerpunkt „Reformation und Musik“ erklärt worden und bietet von daher viele Anknüpfungspunkte für die Gemeindearbeit. Die vom KV initiierte „Kirchenliederhitliste“ und ein ins Auge gefasstes besonderes Singe-Projekt passen in diesen Rahmen genau hinein!

Denn Martin Luther hat zentrale theologische Erkenntnisse nicht nur durch seine Bibelübersetzung ins deutsche dem Volk nahe gebracht, sondern auch durch seine Lieder. Der Gemeindegesang war von Anfang an Kennzeichen evangelischer Gemeinden. Vom Lemgoer katholischen Bürgermeister z.B. ist überliefert, dass er 1533 die „Abtrünnigen“ zur Ordnung rufen wollte (d.h. zur Rückkehr zum katholischen Glauben). Doch die Ratsdiener kamen unverrichteter Dinge zurück: „Herr Bürgermeister, sie singen alle!“ Darauf die Antwort: “Ei, es ist alles verloren!“ Das evangelische Lied und mit ihm die neue evangelische Lehre waren nicht mehr aufzuhalten! Auch heute noch ist die Kirchenmusik für viele Menschen ein erster oder neuer Kontaktstifter zur Kirche. Dabei sind persönliche Vorlieben oder auch Abneigungen völlig in Ordnung. Luther z. B. mochte keine Pauken und Trompeten  (“himmlisches Feld-Geschrei”) und auch die Orgel war nicht unbedingt sein Instrument („sie“ – die Orgelpfeifen- „plärren und schreien“) Luther liebte die Laute.....und die menschliche Stimme! Er selbst konnte gut singen und wurde vom Nürnberger Meistersinger Hans Sachs „Wittenbergische Nachtigall“ genannt. Wobei Luther kein Solist war: ihm ging es um das Singen in Gemeinschaft, um den Gemeindegesang! Paul Gerhardt hat gut 100 Jahre später Luthers Anliegen aufs Beste vervollkommnet. Jedes Kind sollte bei Luther die Grundbegriffe des Glaubens singend lernen: „mit gedichteten Texten sollten biblische Wahrheiten in die Seele hineinfahren“ und das religiöse Gemüt prägen und das Gewissen schärfen. Und damit alle Menschen nicht nur mit Worten, sondern auch mit Sinn und Verstand singen können, war es Luther wichtig, in Deutsch zu singen! Zuvor bestand der Gemeindegesang nur aus dreierlei: Dem Kyrieleis, dem Halleluja und dem Hosianna – auch wenn keiner verstand was er oder sie da sang!

Das ist heute anders und soll in diesem Kirchenjahr besonders unterstrichen werden. Von der EKD gibt es einen ganzen Kanon an Vorschlägen, das evangelische Liedgut in Chören und Kantoreien, in Gottesdiensten und bei Gemeindeaktivitäten zu fördern. (Hörbeispiele) Jedem Sonntag z. B. ist ein bestimmtes Lied zugeordnet, dem besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Das wollen wir an der Segenskirche mit übers Jahr verteilten Liedpredigten tun (s.u.) Auch auf die 4 geplanten Fernsehgottesdienste möchte ich aufmerksam machen:

  • 26. August: Evangelische Kirche, Warnemünde: Gott ist gegenwärtig EG
  • 26. Oktober: Christuskirche, Innsbruck Was Gott tut das ist wohlgetan EG
  • 18. November: Nikolaikirche, Berlin Befiehl du deine Wege EG
  • 9. Dezember: Dom in Meldorf Die Nacht ist vorgedrungen EG 16

Außerdem möchte ich auf zwei Großveranstaltungen hinweisen:

Vom 1.bis 3. Juni findet in Dortmund der 6. Internationale Gospelkirchentag statt. Moderne Musik ist ein erfrischendes Element in unseren Kirchen und immer schon zeichnete sich auch die evangelische Kirchenmusik durch das Moment der Freiheit aus! Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten und was dem einen klassische Kirchemusik ist, ist dem anderen Gospel oder christlicher Pop! Auch Luther hatte seine bestimmten Vorlieben (s.o.)!

Vom 24. bis 26. August findet Dreiklang, das Chorfest der Nordkirche in Greifswald statt. In Kirchen und Konzertsälen, auf den Plätzen und am Hafen wird die alte Universitäts-und Hansestadt mit Gesang und Chormusik aus den ehemals 3 Landeskirchen, die seit Pfingsten 2012 eine sind, zum Klingen gebracht!

2012 reformation u-musik

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