„...und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus...“ (Jes 58,7)

Immer mehr Menschen suchen Schutz und Hilfe vor Krieg und Verfolgung. Viele von ihnen finden den Weg nach Deutschland. Sie unterzubringen und zu betreuen bereitet Gemeinden und Gemeinschaften zunehmend Sorgen. Unter den Verfolgten befinden sich Menschen aller Religionen, auch viele Christen.

Flüchtlinge gelangen zunächst in  Zentrale Erstaufnahme-einrichtungen, die von den Bundesländern betrieben  werden. Während des gesetzlich vorgeschriebenen dreimonatigen Aufenthaltes dort werden die individuellen Asylgründe geprüft, und die Flüchtlinge werden gesundheitlich versorgt. Zunehmend werden sie auch psychologisch betreut, da sie mit ihren Familien auf der Flucht und Vertreibung nicht selten Grausames erlebt und zu verarbeiten haben. Die Kinder werden in den Zentralen Erstaufnahmen nach ihrem Alter beschult, und alle erhalten erste Ausbildungen in der deutschen Sprache.

Nach drei Monaten sollen die Menschen in dauerhafte Wohneinrichtungen weiter vermittelt werden. Sie werden dafür vom Land – bei uns also Schleswig-Holstein -  den Kreisen und Gemeinden zugewiesen. Praktisch läuft das so ab, dass die Gemeinde Barsbüttel  mit wenigen Tagen Vorlauf die Nachricht erhält, welche und wie viele Menschen in Kürze bei ihr „auf dem Hof“ stehen werden, und sie hat sie dann angemessen unterzubringen. Die Gemeinde hat Vorsorge für Wohnraum getroffen; bis jetzt am AKKU und an der Straße An der Barsbek. Die Gemeinde kann aber auch Wohnungen anmieten.
Die Kirchengemeinde hat dafür eine Einliegerwohnung im Gemeindehaus zur Verfügung gestellt. Die Nähe zu Fremden zu finden oder neue, gänzlich  unbekannte Nachbarn aufzunehmen bedeutet für uns alle eine große Herausforderung und Anstrengung. Diese besondere Aufgabe steht jetzt auf absehbare Zeit vor uns und will bewältigt werden.

Der Kirchengemeinderat bittet Sie zu prüfen, ob Sie  privaten Wohnraum für die Anmietung zur Unterbringung von Flüchtlinge anbieten können. Da es unter den Flüchtlingen einige Familien mit Kindern gibt, sind leer stehende Häuser oder Einliegerwohnungen besonders geeignet. In jedem Fall würde die (weltliche) Gemeinde Barsbüttel ihr Mietvertragspartner sein. Die Betreuung der Flüchtlinge wird in Barsbüttel  von verschiedenen Einzelpersonen und gemeindlichen Einrichtungen organisiert, die auch in einem losen Netzwerk zusammenarbeiten. Aus diesem Netzwerk wissen wir,  dass viele Anbieter zögern, weil sie nicht pauschal und ohne persönliche Kenntnis der  künftigen Bewohner tätig werden wollen. Das ist  nachvollziehbar, allerdings wird die Gemeindeverwaltung trotz aller ernsthaften Bemühungen nicht immer die Möglichkeiten zur individuellen Reaktion haben.

Wenn Sie unsicher sind oder vor ihrer Entscheidung für ein Angebot  zunächst mehr wissen möchten, sprechen Sie daher gerne Frau Pastorin Sabine Erler, Herrn Harald Fritze oder jedes andere Mitglied des Kirchengemeinderates an.

Harald Fritze

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