Liebe Barsbüttlerinnen und Barsbüttler,

2014 10 erler....ja es stimmt! (Sie haben’s vielleicht schon gerüchteweise gehört): Ich trete zum 1. Juni 2015 eine neue Stelle an und werde die Kirchengemeinde Barsbüttel verlassen. Dann haben sich 20 Jahre gerundet, und es ist Zeit für etwas Neues: für die Gemeinde und für mich in den letzten 5 Dienstjahren. Für diese Jahre vor der Pensionierung gibt es die Möglichkeit, sich mit einem selbstgewählten Projekt zu beschäftigen: also etwas konzentrierter und dadurch auch  altersgerechter nur an einem Thema zu arbeiten. Denn das merke ich schon: das klassische Gemeindepfarramt mit Aufgaben „von der Wiege bis zur Bahre“ wird für mich von Jahr zu Jahr anstrengender! Frühere Möglichkeiten von Altersteilzeit oder Vorruhestand sind in unserer Kirche inzwischen abgeschafft, so dass ich o.g. Möglichkeit ergreife und mich darauf freue, nach insgesamt 32 Jahren Gemeindepfarramt nun übergemeindlich zu arbeiten! Noch mal „was ganz anderes“ wird am Ende meiner beruflichen Laufbahn stehen, und über diese Chance freu ich mich sehr!

Und nun hat sie angefangen, die Zeit, in der ich alles hier zum letzten Mal mache: die letzte Konferfahrt....der letzte Martinstag...der letzte Budenzauber...das letzte Weihnachtsfest mit Ihnen....Ein besonderer Zauber liegt in der Luft: Wehmut und Vorfreude, Abschiedsschmerz und innerliches Aufräumen (genauso wie Entrümpeln des Pfarrhauses!) Ganz kostbar ist mir diese Zeit, all die Begegnungen mit Ihnen jetzt zu genießen und dankbar zu sein, für alles, was in den letzten 20 Jahren gewachsen ist!

Zu jedem Jahreswechsel habe ich von Neuanfang und unentdeckten Räumen gepredigt, nie hat es so sehr gestimmt, wie dieses Jahr, dass wirklich für beide Seiten, Kirchengemeinde und mich etwas Neues beginnt. Mir liegt dazu Hermann Hesse auf der Seele und sein berühmtes Gedicht „Stufen“:

 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

in andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

an keinem wie an einer Heimat hängen,

der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

uns neuen Räumen jung entgegen senden,

des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

 

Damit grüße ich Sie in diesem Herbst für die vor uns liegenden Monate! Herzlichst Ihre

Erler sign

P.S.: “safe the date”: 17. Mai 2015 Abschiedsgottesdienst

 

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