Gedanken zum Reisen…

machte sich schon Aristoteles. Für ihn war das Reisen eine Suche nach dem Glück. Und das suchen wir alle, wenn wir unsere Koffer packen und uns aufmachen, unsere Ferien woanders zu verbringen. Die Einen zieht es auf ein Kreuzfahrtschiff, denn die Ferien sollen stressfrei verbracht werden. Die Anderen steigen auf die Berge, um sich zu beweisen wie fit sie sind. Manche suchen die Stille in einem abgelegenen Kloster oder – was sehr „in“ ist – machen eine Pilgertour. Wieder andere wollen in ihrer freien Zeit nur in der Sonne liegen und  -  einfach nichts tun.

Ideen und Fantasien beflügeln auch mich hin und wieder zu spontanen und manchmal sogar absurd teuren und oft sehr unbequemen Unternehmungen. Es war (k)ein Sylvesterscherz, der mich eine Reise nach Indien buchen ließ und schon genau 10 Tage später saß ich im Flugzeug. Ich hatte dabei weniger Palmen und Sonne im Kopf, als die Erinnerung an eine Reise, die ich vor fünf Jahren gemacht hatte. Denn nach dieser Reise war nichts mehr wie zuvor. Damals brachte ich beängstigende Eindrücke von Armut und Krankheit mit und ich war den Fluten des Tsunami um ein Haar entgangen. Dankbarkeit, mit heiler Haut davongekommen zu sein, verblasst irgendwann, aber es blieb die Neugierde, zu sehen, was sich im Land zwischenzeitlich getan hat, wie die Menschen heute leben, wo das Wasser des Ozeans vor nicht allzu langer Zeit Opfer gefordert hatte.

Voller Erwartungen erreichte ich das Land und fand... Normalität und menschliche Alltagsprobleme. Aber ich war doch auf der Suche, auf der Suche nach dem Unvorstellbaren, dem damaligen Grauen. Und ich musste lange suchen. Hier und da fand ich ein Fischerboot, dass Menschen aus Hessen gespendet hatten. Hinter den Netzen entdeckte ich Häuser, an denen ab und an ein Schild hing, welches darauf hinwies, dass Deutsche es gespendet hatten. Oft lagen sie herum, die neuen, bunten ungewohnten Boote, die Treibstoff für die Motoren brauchen, die Lärm und Gestank verbreiten, während die Fischer weiterhin mit ihren traditionellen hölzernen Booten auf das Meer hinausfuhren. Es machte mich nachdenklich, denn der Fang war gering, aber die Menschen wirkten so überaus zufrieden. Mehr brauchten sie nicht? Ist unsere Hilfe, so gut sie auch gemeint ist, so großzügig sie auch ausfällt, oft ein gutes Ruhekissen für uns selbst? Nur so ist es zu erklären, dass sich die Spender oft namentlich verewigt hatten, denn einem tamilischen Fischer ist nicht bekannt, wo Hessen liegt. Auch seiner Frau ist es völlig egal, ob der Spender ihres neuen Hauses nun Schulze, Meier oder Schmidt heißt. Sie ist einfach dankbar für die Hilfe, wieder ein Dach über dem Kopf zu haben.
Viele, um nicht zu behaupten  - alle Menschen dort -  schöpfen ihre Kraft aus ihrem Glauben, egal ob Hindus, Buddhisten, Muslime oder eben Christen. Und sie leben diesen Glauben mit Inbrunst. Da geht es oft laut her, manchmal für europäische Ohren und Augen auch skurril, aber sehr lebendig. Sie alle leben ein Gottvertrauen, dass zur Nachahmung empfohlen werden kann. Dabei leben diese Menschen beileibe - auch heute noch -  nicht auf der Sonnenseite.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, eine erholsame Urlaubszeit, interessante Eindrücke, eine gesunde Rückkehr und dass Sie viele neu gewonnene Erkenntnisse in Ihren hiesigen Alltag übernehmen mögen.

Gudrun Kreplin

Verreisen mit uns!

.... eine Reise in die Natur:

am 25.07.2010 um 11.00 Uhr  -  Abfahrt Segenskirche
zum Open Air-Gottesdienst an der alten Badeanstalt in Stellau, mit Fahrrädern und Autos machen wir uns auf den Weg und bringen etwas fürs Picknick mit.

.... eine Reise in die Vergangenheit:

Gemeindeausflug

Sonntag 12. September 2010

  • 11.00 Uhr  Gottesdienst in der Segenskirche
  • 12.00 Uhr  Abfahrt des Busses vor der Segenskirche
  • 13.00 Uhr  Mittagessen „Gaststätte Sibirien“ Elmshorn
  • 15.00 Uhr  Besuch des Industriemuseums Elmshorn, „Führung mit allen Sinnen“ und Kaffeepause
  • 17.30 Uhr  Andacht in der St. Nikolaikirche Elmshorn
  • 18.00 Uhr  Rückfahrt nach Barsbüttel
  • Gelegenheit zum gemeinsamen Abendbrot (freiwillig und auf eigene Kosten)

Im Preis von € 25,00 sind enthalten: Busfahrt, Mittagessen, Besuch des Industriemuseums Elmshorn „Führung mit allen Sinnen“ und Kaffeetrinken. Anmeldeformulare und Menüauswahl erhalten Sie ab 13. August im Kirchenbüro und auf dem Schriftenständer der Segenskirche.

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