Liebe Barsbüttelerinnen und Barsbütteler, liebe Freunde und Freundinnen der Segenskirche,

 

heutzutage nicht wegzudenken vom typisch deutschen Mittagessen ist die Kartoffel. Das war nicht immer so. Die Urheimat der Kartoffel liegt in den Hochländern Südamerikas. Nach Deutschland wurde die Pflanze erst um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert gebracht. Die Knolle beachtete allerdings niemand. Die Pflanze war begehrt wegen der hübschen Blüten und des üppigen Laubes. Sie war eine viel bestaunte Attraktion in den Gärten der damaligen Zeit. Nur wenige erkannten in der 2ten Hälfte des 18. Jahrhunderts den Wert der Knolle  -  einer Wurzelverdickung  -  als Nahrungsmittel.

Zu diesen wenigen gehörte Friedrich der Große. Sein fortschrittlicher Geist erkannte nach dem 7jährigen Krieg den ungeheuren Nährwert der Kartoffel und ihrer Möglichkeit, die Not leidende Bevölkerung mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Seiner Zeit voraus, wandte er einen Trick an, um dieses neue, nicht akzeptierte Nahrungsmittel unters Volk zu bringen: er legte in seinem Schlosspark ein Kartoffelfeld an und verkündete, diese köstlichen Knollen seien nur für ihn, den König! Er ließ den Acker sogar bewachen, aber nur zum Schein! Und richtig, die Neugierde der Menschen war geweckt, sie wollten auch von des Königs köstlichen Knollen essen und einige trauten sich als Diebe aufs Feld. Die Bewacher schauten ordnungsgemäß weg und die Kartoffel fand ihren Weg als Volksnahrungsmittel. Nicht wegzudenken aus unseren alltäglichen Speiseplänen heute. Manchmal fängt klein, listig, skurril, etwas Neues an und verändert Menschenleben zum Besseren hin. Im eigenen Garten Kartoffeln zu  ernten, macht heute Spaß  -  war aber nach dem 2. Weltkrieg ein Über-Lebensmittel!

Die Zeichen der Zeit, Neuerungen, Fremdes  -  wir erkennen nicht immer seinen Wert und die innewohnenden Chancen. Wo viele skeptisch sind, sieht vielleicht einer nur das zukünftige Potential. Die Geschichte der Kartoffel  -  ein modernes Gleichnis für die Entwicklung von Kirche und Gesellschaft, technischem Fortschritt und Klimawandel. Die Geschichte der Kartoffel  -  auch Anlass sich noch mal  der  Jahreslosung  2007 zu erinnern.  Durch den Mund  des

Propheten Jesaja spricht Gott zu uns:

„Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt Ihr’s denn nicht?“

Vielleicht haben Sie Lust ein neues Fest mit uns zu feiern:

am 7. Oktober um 17.00 Uhr feiern wir Gottesdienst mit anschließendem Kartoffelfest. Herzliche Einladung an Sie alle.

Ich freue mich darauf mit Ihnen, rund um die Kartoffel, zu feiern!

 

Ihre Pastorin Sabine Erler

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