Gemeindebrief Winter 2004-2005 Gemeindebrief Winter 2004-2005

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu , du mein Leben.

 So beginnt ein Weihnachtslied, das Paul Gerhardt 1653 gedichtet hat. Seine tiefe Nachdenklichkeit rührt viele Menschen noch heute. Nebenstehendes Bild, ein Holzschnitt von Hans-Georg Annies, ist da gegen noch jung; es stammt aus dem 20.Jahrhundert. In seinem Zentrum liegt das neugeborene Kind. Nicht einmal in einer Krippe, sondern auf dem Fußboden, nur auf eine Deckegebettet, liegt es da. Und rundherum gehen Menschen, wir sehen es an den Füßen. Das Bild erinnert an Situationen, die wir aus unserem Leben kennen: ein Verkehrsunfall oder irgendein anderer Zwischenfall – ein Mensch liegt am Boden – und um ihn sammeln sich Leute. Viele wollen nur schauen, neugierig, sensationslüstern, andere wollen helfen, blicken anteilnehmend, andere gehen dem am Boden Liegenden bewusst aus dem Weg. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, dichtete Paul Gerhardt. In dem Bild von Hans-Georg Annies zeigt der neugeborene Jesus keine niedlichen Züge, wegen derer die Leute sagen: Oh, was für ein süßes baby! Das Kind liegt da mit weit ausgebreiteten Armen – in Gestalt eines Kreuzes. Seine Hände und Füße sind bereits gezeichnet mit den Wunden, die Jesus später bei seiner Kreuzigung zugefügt werden. Er, der Gott unter uns Menschen vertritt, lebte ein Leben in Niedrigkeit, vom Anfang bis zum Ende. Um uns in unseren „Niedrigkeiten“ nahe zu sein. Nicht nur in den Hoch-Zeiten des Lebens steht Gott zu uns, sondern auch und gerade dann, wenn wir „down“ sind. Das ist diesem kleinen Jesus anzusehen.

 Aber wollen wir das sehen? Wollen die Leute es sehen, die um ihn herum stehen oder herum gehen? Wer sie sind, was sie sind, kann ich nur aus ihren Schuhen schlussfolgern. Einige stecken in flachen Laufschuhen, so wie auch ich sie meist trage, aber da sind auch Schuhe mit hohen Hacken, da sind derbe Stiefel, Bauernstiefel oder Militärstiefel und hohe, schlanke Stiefel und..... nackte Füße. Ich glaube, der Künstler möchte, dass wir unsere eigenen Füße in dem Bild erkennen. Bis auf Wenige gehen alle im Kreis um das Kind herum. Es liegt ihnen im Weg und  stört sie bei dem, was sie gerade vorhaben: dem Besuch bei einer Freundin oder dem Weihnachtseinkauf oder dem schnellen Weg zur Arbeit. Aber einige Personen sind stehen geblieben. Rechts in der Mitte zeigt ein Paar Männerschuhe auf das Kind: da hat sich also einer dem Kind zugewandt. Ob bewundernd oder anbetend oder verächtlich, das kann ich nicht erkennen. Und die nackten Füße gegenüber sind auch dem Kind zugewandt. Ist da Jemand zu arm um sich ein Paar Schuhe leisten zu können? Darüber sehe ich nicht nur Füße, sondern ein Paar Knie, die sich beugen: lässt sich da Jemand nieder, um nach dem Kind zu sehen? Um ihm zu helfen? Um es aufzuheben? Um es anzubeten?

Einige also halten inne, doch die meisten gehen weiter.

Weihnachten wird uns Jesus Christus gewissermaßen in den Weg gelegt, um zu zeigen, dass Gott bei uns ist auf unseren Wegen. Durch Jesus Christus trifft uns sein Zuspruch; aber auch sein Anspruch. Das ist diesem Bild deutlich abzulesen: aus großen, lebendigen, weit aufgerissenen Augen schaut mich das Jesus-Kind an. Wo stehe ich? Wie stehe ich zu diesem Jesus Christus, der den Weg der Niedrigkeit gegangen ist, um mir nahe zusein? Schaue ich auf ihn herab? Nehme ich ihn überhaupt wahr? Ich finde, das Bild stellt mir, stellt jedem Betrachter, eine Frage: wie stehe ich zu dem Kind in der Krippe? Hält die Art, wie ich lebe, mich von ihm ab? Bin ich aufgeschlossen genug, mich ihm zuzuwenden? Kann ich wirklich aus vollstem Herzen mitsingen:

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben?

Wo stehe ich? Diese Frage wird mich begleiten durch die Adventswochen und Weihnachtstage und Sie vielleicht auch.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen friedvolle und besinnliche Feiertage.

Ihre Pastorin Sabine Erler

Besuchsdienst des Freundeskreises der Barsbütteler Sozialstation


Seit 1998 besucht ein Kreis von z.Zt. acht Frauen alte, kranke und einsame Menschen zu Hause, im Krankenhaus oder im Seniorenheim. Sie wurden durch Supervision und Seminararbeit von Pastor Bernd Soltau auf die oft schwierigen Besuche vorbereitet. Einmal wöchentlich schenken die ehrenamtlich tätigen Frauen den Menschen Zeit, hören aktiv zu, sind gesprächsbereit und lassen die Menschen ihre Nähe und Zuwendung spüren. Dieses Angebot ist gerade in der heutigen Zeit so wichtig und notwendig.
Ursula Rohwedder

Eine-Welt-Gruppe

Die Eine-Welt-Gruppe möchte mit dem Verkauf von Waren aus dem  Fairen Handel ein kleines Zeichen setzen für mehr Gerechtigkeit in der Weltwirtschaft. Wir bieten u. a. Kaffee, Tee, Honig, Schokolade aus der sogenannten Dritten Welt an. Mit dem Kauf werden dörfliche Erzeugergemeinschaften unterstützt. Diese erhalten für ihre Arbeit einen deutlich höheren Preis als sonst auf dem Weltmarkt üblich. Mit den Mehreinnahmen leisten sie Entwicklungshilfe vor Ort, zum Beispiel im Bildungs- und Gesundheitsbereich.

Alle können dazu beitragen, wenn sie Waren aus dem Fairen Handel kaufen. Im Gemeindebüro werden diese Waren dienstags und freitags von 10 – 12 Uhr angeboten

Pfadfinderinnen und Pfadfinder vom Stamm MLK

„Fähnlein Fieselschweif“, „jeden Tag eine gute Tat“ - ist ja schön und gut! Aber was verbirgt sich wirklich hinter den „Pfadfindern“? Für alle, die uns noch nicht kennen oder sich nicht mehr ganz sicher sind, um wen es sich bei den Barsbütteler Pfadfindern eigentlich genau handelt und was wir so machen - hier eine kleine Vorstellungsrunde: Wir sind die Mitglieder des Stammes Martin Luther King! Unter diesem Namen organisieren sich seit nunmehr 33 Jahren Kinder und Jugendliche in Gruppen (Sippen und Meuten). Dort wird gemeinsam mit den jeweiligen Gruppenleitern gespielt, gesungen und auf Fahrt gegangen. Mit der Sippe oder auch dem ganzen Stamm - das Leben auf Lagern ist natürlich auch wichtiger Bestandteil des Pfadfinderalltags. Dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) angehörig, werden gewisse Rituale gepflegt, wie zum Beispiel Andachten und das Singen vor und nach dem Essen.

So und wer sind nun diese Pfadfindergruppen, die sich wöchentlich in Ihrem Raum neben dem Gemeindehaus in Barsbüttel treffen?

Zurzeit gibt es vier davon: Die Albatrosse sind die Jüngsten (ca. 10 Jahre). Mit ihren Gruppenleitern Joana, Jörn und Niclas hat die quirlige Truppe in den Herbstferien eine Woche auf einem Lagerplatz in Jersbek gezeltet. Dem Alter entsprechend barg dieses Lager viel Spielerisches. Die Eisvögel waren unterdessen zwei Wochen in einem Pfadfinderhaus in Dänemark. Jost und Carina haben den Schwerpunkt dieser Gruppenfahrt auf interaktive Bibelarbeit mit vielen Abendandachten gelegt. In dieser Zeit war die Sippe Silbermöwe im Spessart - im wahrsten Sinne des Wortes - unterwegs. Als Abschluss der Wanderung haben sie die letzten zwei Tage auf der Pfadfinderburg Rieneck in Bayern verbracht.

Ja und dann gibt es da noch die Steinadler. Eine Gruppe aus Jungs und mittlerweile auch Mädels, die zwar noch gemeinsam Fahrten machen und sich regelmäßig treffen, aber in dem Sinne keine Gruppenleiter mehr haben, sondern teilweise selbst schon als solche zählen. Einige haben im Herbst eine entsprechende Schulung besucht und wer weiß - vielleicht darf man ja bald auf eine neue Gruppe im Stamm Martin Luther King hoffen.

Sportlich in Barsbüttel

Carina Schmidt berichtet vom Sporttag „Iron Schwän“, an dem sie am vergangenen Wochenende mit ihrer Gruppe teilgenommen hat: Vom 6.11. bis zum 7.11. fand in Barsbüttel der Sporttag des Bezirkes Alstergau statt, auf dem die Barsbütteler Pfadis mit 30 von knapp 60 Teilnehmern stark vertreten waren. In ganz unterschiedlichen Wettkampf Disziplinen (von Hockey bis Kunstspringen) konnten sich die Mannschaften sowohl in der Willinghusener Sporthalle als auch am späten Abend in der Barsbütteler Schwimmhalle messen. Bis tief in die Nacht hinein wurde gekämpft, gejubelt und angefeuert und nach einem Mitternachtssnack im Gemeindehaus, schliefen schließlich alle Teilnehmer erschöpft ein. Am nächsten Morgen ging es nach einem gemeinsamen Frühstück auf dem Kirchhof in den Gottesdienst und schließlich zur lang ersehnten Siegerehrung. Den Pokal in der Pfadfinderliga gewann die Sippe Silbermöwe, der Pokal der "Alten" konnte leider nicht in Barsbüttel bleiben. Für alle Teilnehmer war das Sportfest ein riesen Spaß.

Ausblick

Als nächstes werden Sie von uns sicherlich im Rahmen der alljährlichen Aussendung des Friedenslichtes hören. Schon zum 10. Mal wird das Licht nun in die Gemeinde Barsbüttel gebracht. Ein Licht, das uns allen unsere Aufgabe vor Augen hält, den Frieden zu behüten. Eine Verbindung zwischen vielen Menschen weltweit, die sich Frieden wünschen und glauben. In der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet, gelangt es über Wien in mehrere Länder Europas und so auch zu uns. Pfadfinder bringen es schließlich mit dem Zug nach Hamburg, wo wir es mit anderen am 12. Dezember um 16:00 Uhr in der Christuskirche in Hamburg in Empfang nehmen. Voraussichtlich werden wir das Friedenslicht wieder ein Wochenende vor Weihnachten in die Partnergemeinde Graal-Müritz bringen. An Heiligabend verteilen wir das Licht in Willinghusen und Barsbüttel nach den Nachmittagsgottesdiensten.

Wiebke D.

Mit Gott groß werden

 Der evangelische lutherische Kindergarten ist neben der Sozialstation die zweite diakonische Einrichtung unserer Kirchengemeinde. In direkter Nachbarschaft zur Kirche, umgeben von einem großzügigen Außengelände, Gemeindehaus und Sozialstation, werden in drei Gruppen, die Sternen,- Mond- und Sonnengruppe, rund 60 Kinder in der Zeit von 7.00 bis 14.00 Uhr betreut. Unser Team besteht zur Zeit aus sieben pädagogischen Mitarbeiter(innen) mit unterschiedlichsten Stundenzahlen und einer Reinigungskraft. Seit den Anfängen in den 70er Jahren haben bis zum heutigen Tag viele hundert Kinder den Kindergarten besucht. Mittlerweile besuchen Kinder von „Ehemaligen“ oder Konfirmanden unsere Einrichtung, obwohl es zahlreiche Alternativen in der Kommune gibt. Die Eltern entscheiden sich in der Regel gezielt für unseren Kindergarten. Der Wunsch vieler Eltern nach einer „christlichen Erziehung“ ist nach wie vor ungebrochen. Dies wird in dem Erstgespräch deutlich, das bei der Anmeldung geführt wird. Das Evangelium als Grundlage unseres Handelns hat für viele Eltern einen hohen Stellenwert. Die Entscheidung für den kirchlichen Kindergarten findet auch Ausdruck im starken Engagement unserer Elternschaft. Gottesdienste und Andachten mit dem Kindergarten gehören zu den am besten besuchten. Projektbezogene Aktionen während oder außerhalb der Öffnungszeiten werden in großen Umfang von den Eltern mitgetragen bzw. erst möglich gemacht. Konkret heißt dies Mitarbeit bei der Gestaltung des Außengeländes; Bau der Hochebenen in den Gruppenräumen, Projekt gesundes Essen, Besuch des Kinderkrankenhauses Wilhelmstift und vieles mehr.

In Zukunft wird sich der evangelische lutherische Kindergarten, wie alle anderen Einrichtungen auch, vielen Herausforderungen organisatorischer und inhaltlicher Art stellen müssen:Da ist zum Einen die schwierige Finanzsituation der öffentlichen Hand und der Kirche und zum Anderen die Notwendigkeit der Verbesserung des Betreuungsangebotes aufgrund der sich verändernden Arbeitswelt. Hinzukommen die Umsetzung längst überfälliger Reformen. Auf die Erkenntnisse aus der Pisa-Studie und die sich verändernden Ansprüchen der Eltern an eine Betreuungs- und Bildungseinrichtung muss reagiert werden.

Mit der Entscheidung die musikalische Kinderarbeit unter der Leitung der Diakonin Frau Scheunemann sowohl räumlich, als auch zeitlich in den evangelischen Kindergarten anzusiedeln, hat die Kirchengemeinde Zeichen gesetzt. Dieses Angebot wird von den Kindern und Eltern sehr gut angenommen. Durch den „Kindermusikgarten“ und der „frühmusikalischen Erziehung“ haben die Eltern Gelegenheit, uns kennenzulernen auch wenn sie (noch) nicht ihre Kinder bei uns angemeldet haben.

Bei allen Veränderungen, denen wir uns stellen müssen, wollen wir Mitarbeiter(innen) unser Fundament und zugleich unser Ziel in der Arbeit mit den Kinder nicht aus den Augen verlieren, das da heißt: - „Mit Gott groß werden“

Jens Kähler

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