Schlusslicht

Sünde mit Kerzenständer

Wer kann sich darunter etwas vorstellen? „Kerzenständer“ ist klar, und „Sünde“, na ja. Aber was das eine mit dem anderen zu tun hat - da müsste die Phantasie schon ganz abenteuerliche Wege gehen.

Ich habe die rätselhafte Formulierung aus dem Gottesdienstprotokoll eines meiner Konfirmanden. Meine Konfirmanden müssen nämlich im Lauf ihrer zwei Jahre einmal einen Gottesdienst protokollieren, mit allem Drum und Dran. Und wenn einer das tut, bevor wir das Thema im Unterricht behandelt haben, kommen die seltsamsten Dinge heraus (manchmal erschrecke ich, wie undurchsichtig und missverständlich unsere Gottesdienste wirken können!).

Dies war nun das Protokoll eines Gottesdienstes zum Buss- und Bettag, und „Sünde mit Kerzenständer“ war das, womit wir den Gottesdienst angefangen haben. Wir haben wohl eine Art Sündenbekenntnis abgelegt, und im Rahmen dessen haben wir Teelichte angezündet und auf dem Kerzenbaum abgestellt. Ein nicht ganz unkomplizierter Vorgang, wirklich nicht leicht zu begreifen und nicht leicht in Worte zu fassen. Vielleicht nicht einmal besonders eindrucksvoll. Ich hätte das Ganze längst vergessen - aber die schöne Formulierung bewahrt es in meinem Gedächtnis.

Stefan Kramer

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