Gemeindebrief Herbst/Winter 2005 Gemeindebrief Herbst/Winter 2005

Vorbemerkung

Der Gemeindebrie - Jetzt und in Zukunft

Vieles verändert sich unserer Kirchengemeinde - der Gemeindebrief, den Sie hier in Händen halten, ist auch nicht mehr der alte. Der Bezirk Willinghusen-Stemwarde wird einen eigenen Brief herausgeben, und so bekommt auch der Bezirk Barsbüttel-Ort etwas Eigenes. Wie genau das aussehen wird, ist noch nicht entschieden. Dünner selbstverständlich - aber wie dünn, ist die Frage. Immerhin stehen wir unter erheblichem Ersparnisdruck, und so ein Gemeindebrief ist nicht billig. Verschiedene Modelle stehen zur Diskussion - und im Hintergrund immer die Frage, wen wir erreichen wollen. In Frage käme etwa ein Faltblatt (ein “Flyer“), in dem die Gemeinde sich vorstellt: das sind wir, das leisten wir, das haben wir vor, mit Aktualisierung etwa alle zwei Jahre. Oder ein reines Informationsblatt, aus dem die Gruppen und Kreise mit ihren Terminen sowie alle Gottesdienste und besonderen Veranstaltungen zu ersehen sind. Oder eben (wie auch hier noch einmal) ein Blatt mit Informationen und Lesestoff.

Ich selber bin der durchaus umstrittenen Meinung, wir sollten an der Verteilung an alle Haushalte festhalten (auch wenn der Brief oftmals sogleich mit der anderen Werbung ins Altpapier wandert; aber das muss jeder und jede für sich selbst entscheiden). So machen wir immerhin den Versuch, alle Menschen, die hier wohnen, zu erreichen. Unseren Kirchensteuer zahlenden Mitgliedern, die sonst gar nichts von uns wollen, sind wir es wohl auch schuldig. „Wer nicht wirbt, der stirbt“, heißt es, und so sollten wir für uns zu werben, indem wir wenigstens zeigen, dass wir noch da sind. Und sehr lebendig! Es wäre Illusion anzunehmen, dass wir mit unseren Angeboten alle Menschen erreichen. Aber vielleicht mögen diejenigen, die nicht zu uns kommen, wenigstens dann und wann etwas von uns lesen.

Wenn Sie mögen, teilen Sie mir doch mit, was Ihnen der Gemeindebrief bedeutet, und was Sie gerne darin lesen würden. Und wenn Sie gern etwas Lesefutter hätten: was für Rubriken könnten Sie sich denn vorstellen (etwas Geistliches zur Besinnung? Geschichten? Rückblicke? Leserbriefe? eine Kinderseite?). Und wären Sie möglicherweise auch bereit, für einen so umfangreichen Gemeindebrief zu spenden?

Auf jeden Fall erscheint dieser Brief nun nur noch dreimal im Jahr. Und so grüße ich (an dem die Redaktion erst einmal hängen geblieben ist) Sie alle, die Sie diesem Brief verbunden sind, sehr herzlich und wünsche Ihnen Gottes Segen für den Herbst und für die Weihnachtszeit!

Ihr Stefan Kramer

Aus dem Kirchenvorstand

Pastorin Erler in eigner Sache

Ab 1. Oktober 2005 werde ich zu 50% in der Kirchengemeinde Reinbek-West arbeiten. Ich habe für die dortige Nathan-Söderblom-Kirche einen entsprechenden Dienstauftrag bekommen.

Das heißt, dass das Pfarrstellenentwicklungsziel für den Bezirk Barsbüttel - Abschmelzung auf 100% - damit erreicht ist. Die verbleibenden 100% werden dann von mir und Herrn Pastor Kramer zu gleichen Teilen wahrgenommen. Ich bleibe im Pastorat wohnen, und ich bleibe auch Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Andere Arbeitsbereiche allerdings werde ich nicht mehr wahrnehmen können. Wie genau meine Arbeitszeitreduzierung sich in Barsbüttel auswirken wird, ist zur Zeit Gegenstand verschiedener Überlegungen, die noch nicht abgeschlossen sind. Ein Gemeindeberatungsprozess für den Bezirksausschuss Barsbüttel wird sinnvoll sein, Vertretungs- dienste werden aus der Region wahrgenommen werden.

Im Erntedank-Gottesdienst am 2. Oktober wird Propst Bohl anwesend sein und wird die Gemeinde und mich bei diesem „Teilabschied“ und Neuanfang begleiten. Meine Begrüßung in Reinbek-West ist für den 16. Oktober geplant (ob es bei dieser Planung bleiben kann, stand bei Redaktionsschluss leider noch nicht fest).

Ich freue mich auf diese berufliche Veränderung, die erst einmal auf zwei Jahre terminiert ist, und hoffe, dass ich diesen „Spagat“ bewältigen werde. Aber von uns allen, nicht zuletzt auch von den Gemeinden, wird in dieser Zeit große Veränderungsbereitschaft erwartet, und gemeinsam vertrauen wir auf Gottes Geleit: „Sei getrost und unverzagt. Fürchte dich nicht und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!“ (Josua 1,9).

Ihre Pastorin Sabine Erler

Einladung zum Gebustatgsbrunch

Die Kirchengemeinde Barsbüttel lädt alle Menschen, die in den Monaten Juni, Juli und August Geburtstag hatten und 60 Jahre oder älter geworden sind, ganz herzlich zum Geburtstagsbrunch

am Sonnabend, dem 10. September
von 11.00 bis 13.00 Uhr

ins Gemeindehaus der Segenskirche am Stiefenhoferplatz ein. Jedes Geburtstagskind kann eine Begleitung (Freund, Freundin, Partner, Partnerin) mitbringen.

Damit wir fürs Buffet besser planen können, brauchen wir Ihre Anmeldung bis zum 7. September. Entweder im Kirchenbüro: 670 05 60 oder bei Frau Pastorin Erler: 675 908 12.

Wir freuen uns auf Sie und einen gelungenen gemeinsamen Vormittag, mit dem wir Ihr neues Lebensjahr würdigen und feiern wollen.

Interview

Ein Gespräch mit Walter Wegler

Einer aus dem innersten Kern unserer Kirchengemeinde, 40 Jahre lang Kirchenvorsteher und noch heute bei nahezu jedem Gottesdienst dabei (seine große, schlanke Gestalt, inzwischen ein wenig gebeugt, ist unübersehbar). „Urgestein“, könnte man wohl sagen. Aber Walter Wegler (Jahrgang 1920) ist gar nicht eckig und kantig, sondern sehr beweglich und einfühlsam, immer freundlich und zuvorkommend. Ganz und gar „alte Schule“ - und doch kann er sich auch für einen Konfirmanden-Gottesdienst begeistern.

Herr Wegler, wie fühlt man sich mit 85?

(lacht) Eigentlich fühle ich mich nicht nach 85 Jahren, denn ich bin noch beweglich, ich fahre Rad, ich fahre Auto, ich klettere noch aufs Dach (seine Frau protestiert). Jedoch an manchen Tagen fühle ich mich matt und müde und habe ein großes Schlafbedürfnis. Doch sehr oft glaube ich, dass ich nicht so alt bin.

Was zieht Sie Sonntag für Sonntag in den Gottesdienst?

Die Predigt, die baut mich auf. Und das Abendmahl, weil ich da, was ich glaube, nicht richtig gemacht zu haben - und ich will mich bessern - , vergeben bekomme. Wenn ich mit jemand anderer Meinung war, und wir zum Abendmahl gingen alle beide, dann haben wir uns angekuckt, und dann war alles gut.

Waren Sie immer schon so kirchlich eingestellt?

Ja, eigentlich von meiner Mutter an, die hat jeden Tag in der Bibel gelesen. Jeden Sonntag ging ich hin, wir hatten einen Anmarschweg von 6 Kilometern.

Wofür schlägt ihr Herz besonders?

Für die Mitbetreuung der Gemeindeglieder, dass der Zusammenhalt gestärkt wird und es nicht so gleichgültig ist. Dass die älteren Leute auch immer noch mit in die Kirche kommen. Ich habe sie abgeholt und nach Hause gebracht, man setzt sich zu ihnen hin und spricht mit ihnen, man hat so ein Vertrauen zueinander.

War irgendetwas früher besser?

Die Spendenfreudigkeit. Wir haben ja früher auf jeden Pfennig gekuckt, und wir hatten noch keine Glocken. Da habe ich den Auftrag bekommen, in der Gemeinde zu sammeln. Ich ging von Haus zu Haus und habe um eine Spende gebeten. Zum Beispiel unsere Nachbarin war eine ältere Rentnerin, die nur den Monat 70 Mark hatte, und die hat 200 Mark gegeben. Und die anderen haben so viel gegeben, dass wir die Glocken ganz aus Spendengeldern bestellen konnten.

Auf was, das Sie in ihrer aktiven Zeit als Kirchenvorsteher mit angestoßen haben, sind Sie besonders stolz?

Nicht stolz: dankbar ja. - Dass wir sorgsam umgegangen sind mit den Geldern. Ich war immer für die Überprüfung. Bei jedem Pfennig haben wir gesagt: nur für kirchliche Zwecke. Wir haben gespart, auch verhandelt. Wir haben viel gebaut, da konnte man was rausholen. Ich bin für den Kindergarten gewesen, und das ist dann auch durchgekommen.

Was meinen Sie: wie wird unsere Kirchengemeinde in 25 Jahren aussehen?

Das Verhältnis zur katholischen Kirche wird sich noch verbessert haben.

Was möchten Sie noch miterleben?

Dass die Männerarbeit noch mehr Zuwachs bekommt.

Wohin sollen wir gehen?

Schon zum fünften Mal wird der Männersonntag der Evangelischen Kirche (dritter Sonntag im Oktober) auch in Barsbüttel begangen. Und zwar mit einem Gottesdienst nicht für Männer (jedenfalls nicht exklusiv!), sondern von Männern. Sonst hört man ja von Männern in der Kirche nicht allzu viel, oder nur an der Spitze. Aber es gibt uns, und wir haben etwas zu sagen. Zum Beispiel wir vom Männergesprächskreis. Einmal im Jahr trauen wir uns, etwas von unseren Erfahrungen und Gedanken, Ängsten und Hoffnungen im Gottesdienst mitzuteilen: vor den Augen und Ohren von Männern und Frauen. Und wir hoffen, dass uns das von Jahr zu Jahr sicherer und selbstverständlicher von der Hand geht.

Der Gottesdienst am 16. Oktober steht unter dem Motto, das die Evangelische Männerarbeit in Deutschland sich diesmal gegeben hat: „Wohin sollen wir gehen?“ Damit ist nach Orientierung gefragt. Woran oder an wen wir uns halten sollen. Im biblischen Zusammenhang (Johannes 6, 68) ist die Frage bereits eine Antwort. Jesus hat in einem Moment allgemeiner Verunsicherung seine Jünger gefragt: „Wollt ihr auch weggehen?“ Und Petrus antwortet: Ja, aber wohin denn? Wo sonst kriegen wir zu hören, was wir brauchen? Wörtlich: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“

Sehr eindrucksvoll. Aber natürlich - keiner von uns ist Petrus; wir werden uns also noch einmal neu mit der Wohin-Frage beschäftigen. Ich bin selber gespannt, was für Antworten und was für neue Fragen bis zum 16. Oktober zusammenkommen. Seien Sie - Männer und Frauen - herzlich eingeladen zu diesem Gottesdienst!

Stefan Kramer

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