Frage und Antwort

Frau Ingrid Pfeifer befragte die 1. Vorsitzende des Kirchenvorstandes Frau Pastorin Sabine Erler zur Regionalisierung

F(rage): Was ist eigentlich in der Kirchengemeinde Barsbüttel los? Man hört so viel von „Trennung“ und „Regionalisierung“, was ist da überhaupt mit gemeint?

A(ntwort): Seit Jahren wird im Kirchenkreis Stormarn- zu dem wir ja gehören- das Konzept der Regionalisierung vorangetrieben. Verschiedene Nachbargemeinden sollen sich auf einander zu bewegen, sich ergänzen und zusammenarbeiten, weil eine Gemeinde allein in finanzschwachen Zeiten nicht mehr alle Arbeitsbereiche aufrecht erhalten kann. Der Kirchenvorstand hat sich jahrelang mit diesem Thema beschäftigt, allerdings immer mit der Hoffnung >>uns werde es nicht treffen, wir könnten auch in Zukunft als Einzelgemeinde überleben<<. Diese Grundhaltung hat wohl auch dazu geführt, dass wir das Thema Regionalisierung nicht breit in die Öffentlichkeit getragen haben. Das erweist sich heute als Fehler. Scheinbar plötzlich für viele Menschen mussten wir nun regionalisieren, denn der Kirchenkreis hatte uns bis zum 31.03.04 ein Ultimatum gestellt.

F: Und was hat das nun alles mit Trennung zu tun?

A: Auch diese Entscheidung spiegelt eine lange Entwicklung wider. Immer schon haben viele und besonders die Willinghusener Kirchenvorsteher/innen für eine Regionalisierungslösung im ländlichen Raum plädiert. Wir haben Gespräche z.B. mit Oststeinbek und auch Glinde/Neuschönningstedt/Schönningstedt-Ohe geführt, allerdings zeichnete sich irgendwann ab, dass nur die Hamburger Nachbargemeinden als Regionalisierungspartner infrage kamen. Jedenfalls für uns als Gesamtgemeinde Barsbüttel/Willinghusen. Denn Glinde/Neuschönningstedt/Schönningstedt-Ohe lehnte diese „große“ Lösung ab mit dem Kompromissangebot: der Bezirk Willinghusen/Stemwarde allein würde in die Region aufgenommen werden können. Dadurch bekam Willinghusen/Stemwarde die Möglichkeit sich zwischen 2 Alternativen zu entscheiden:

  1. gemeinsam mit Barsbüttel in Richtung HH zu regionalisieren oder

  2. um den Preis der Trennung in Richtung Glinde/Neuschönningstedt/Schönningstedt-Ohe.

F: Aber wozu waren denn die Gemeindeversammlungen da, wenn so viel schon durch äußere Umstände entschieden war?

A: Die Gemeindeversammlungen dienten der Information über die anstehenden Herausforderungen. Dem KV lag an einem Meinungsbild. Dieses ist von vielen Menschen als Abstimmung missverstanden worden, so dass der Eindruck entstanden ist, der KV mache >>eh’ was er wolle<<. Wir bedauern diesen Eindruck, sind aber als Leitungsgremium herausgefordert auch unliebsame und schwer nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen. Das ist das Amt des KV und jedes einzelnen Kirchenvorstehers/in.

F: Gibt es denn schon konkrete Vorstellungen, wie die Region mit Wandsbek/Jenfeld aussehen kann?

A: Nein, wir dürfen nicht denken, dass in anderen Gemeinden diese Prozesse leichter und weniger konfliktbeladen verlaufen. Die mühen und plagen sich genauso wie wir. Aber ich sage Ihnen mal meine persönliche Meinung: Warum könnten wir nicht anfangen einen gemeinsamen Gemeindebrief zu entwickeln? Z.B. mit 8 Seiten, jede Gemeinde kann 2 Seiten gestalten, insgesamt spart das Geld und die Gemeindeglieder erfahren was aus der Region. Es gibt doch jetzt schon Gemeindeglieder die singen z.B. im Gospelchor des Guten Hirten und andere wissen gar nichts von diesem Chor. Da kann man doch anfangen mit kleinen Schritten- aber wie gesagt, das ist meine persönliche Einzelmeinung.

F: Dann stehen Sie diesen neuen Prozessen also positiv gegenüber?

A: Ja, diese neuen Wege bergen Chancen. Die Nöte diktieren die Finanzen. Die treffen uns so oder so, einzeln oder gemeinsam. Aber gemeinsam gibt es mehr Wege und Möglichkeiten Kirche auf neuer Ebene zu gestalten.

F: Frau Erler, der Öffentlichkeitsausschuss dankt Ihnen für das Gespräch
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