O Happy Day - Erster Auftritt des Gospelchors

Seit 10 Monaten swingt es in der Willinghusener Kirche

Nun sind wir mit dem Gospelchor tatsächlich das erste Mal aufgetreten. Den meisten von uns haben ganz schön die Knie gezittert. Trotz eines intensiven Vorbereitungswochenendes und trotz Almuts Versicherung: ,,Ihr schafft das schon!" Es ist doch etwas anderes, nach Feierabend miteinander im Chor zu singen, als in einer proppenvollen Kirche. Da hätte wirklich keiner mehr hineingepasst!

Eigentlich wollten wir zu unserem Auftaktlied in Zweierreihen mit "groovigen", raumgreifenden Schritten in den Chor einziehen. Daraus wurde nichts. Hintereinander schoben wir uns, an den zusätzlichen Sitzplätzen in den Gängen vorbei, Richtung Bühne und bekamen die Aufstellung trotzdem hin, singend natürlich. Auch die Pausen zwischen unseren Einsätzen und Pastorin Schmidt - Soltaus Predigt liefen glatt.

Eine reife Leistung, schließlich mussten sich über 40 Frauen und Männer auf der Bühne unauffällig (!) hinsetzen und nach der Predigt wieder aufstellen. Ich glaube, wir haben die Willinghusener total begeistert mit unserem Auftritt. Das merkte man an der tollen Stimmung beim anschließenden Sommerfest rund um die Kirche. Der Chorauftritt war Thema Nr. 1 und so mancher hatte Lust bekommen, selbst zu singen.

Der erste Abend als Chormitglied in Willinghusen ist mir noch in lebhafter Erinnerung. Eigentlich wollte ich ,,nur" berichten über diese neue Sache, die sich Pastorin Kirsten-Schmidt Soltau für ihre Kirche ausgedacht hatte. Ein Gospelchor in Barsbüttel! Der alte Traum, selbst zu singen, spielte bei meinem beruflichen Interesse aber reichlich mit. In der Kirche buntes Stimmengewirr. Rund 35 Frauen und einige wenige Männer füllen das Kirchenschiff. Plötzlich steht Chorleiterin Almut Stümke vor uns und fordert die Neuen freundlich auf, sich als Sopran, Alt, Tenor oder Bass selbst in die Kirchenbänke einzureihen. ,,Das ist ja einfach", denke ich, erfreut, das mich keiner nach vorne gezerrt hat, zum Vorsingen. Mutig reihe ich mich in den Sopran ein. Mal sehen, ob ich die hohen Töne hinbekomme. Die Chorleiterin führt uns in lockerer Folge durch mehrere Gospels, Noten lesen können ist kein Muss. Almut singt vor, gibt zu den Chorstimmen die Solos und verbessert uns immer wieder schlagfertig, humorvoll und kompetent. Auch die Bewegung kommt nicht zu kurz. Atmung und Rhythmus sind wichtig, also machen wir Lockerungsübungen und tanzen im Kirchengestühl: links, links, kick, rechts, rechts, kick. Es macht Spaß und ich spüre, wie meine Alltagssorgen von mir abfallen.

Und so ist es bis heute geblieben.

Barbara Moszczyaski

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